Studium berufsbegleitend – auch an Bord möglich

Ich mag Menschen, die neben ihrem Job ein Studium oder eine Fortbildung beginnen um sich persönlich voranzubringen. 

Jeder der sich dafür entscheidet verdient Respekt, weil es nicht einfach ist und manchmal sehr viel Überwindung und Kraft kostet – und ich spreche aus Erfahrung. Ich habe 2015 selbst ein Fernstudium gestartet (Medien- und Kommunikationsmanangement B.A.). 

Gerade nach einem langen, anstregenden Arbeitstag kommst du nach Hause und dann sollst du noch Bücher (digital) wälzen, Hausarbeiten schreiben und dir Infos in den Kopf hämmern, damit du beim Examen nicht abschmierst. Wirtschaftsrecht – mein Erzfeind. 

Als Crew-Mitglied an Bord ist das alles nochmal etwas herausfordernder. Gelernt habe ich beispielsweise in der Mittagspause oder wenn mal wenig zu tun war an einem Landtag. Wochenende gibt es an Bord nicht – was bleibt dann noch? Der Urlaub. Eigentlich ein Zeitraum, in dem sich Seefahrer erholen sollten. Wenn du vorankommen willst, dann heißt es aber: Zähne zusammenbeißen und machen. Zeit zur Erholung hatte ich trotzdem und zwölf Stunden am Tag netflixen muss auch nicht sein, also lernen, zumindest ein, zwei Stunden.

Einer meiner Kollegen, der als F&B Direktor an Bord von AIDA arbeitet, ist diesen Weg ebenfalls gegangen. Martin Bechtel war viele Jahre – so wie ich auch – in der Spaßfraktion der Schiffe und ebenfalls Spaßminister (offiziell: Entertainment Manager). Nach zehn Jahren wollte er etwas Neues. Vorankommen, neue Impulse und einen weiteren Karriereschritt gehen. Er hat die Abteilung gewechselt, vom Entertainment Bereich in den klassischen Hotelbereich (Food & Beverage, Housekeeping, Provision). „Ich habe mir alle Positionen in diesem Bereich angeschaut. Nachts an der Bar Cocktails gemixt, ich habe in der Provision die Kisten geschleppt und habe beim Loading mit dem Gabelstapler Paletten ins Schiff gekarrt. Und es war gut, dass ich das gemacht habe. Nur dann weißt du auch wovon du redest, wenn du mal der Chef der Abteilung bist“, hat mir Martin im Rahmen unseres Interviews für die Prime Time Show auf AIDAradio erzählt. 

Respekt vor dieser Entscheidung und toll, dass er es durchgezogen hat. Durchhaltevermögen, das wünsche ich allen, die neben ihrem Job ein Studium beginnen oder begonnen haben. Ich kann sagen, mit Disziplin und Organisation ist es absolut machbar. Und das Gefühl danach, den Abschluss in Händen zu halten und zu wissen: „Ich habe in mich und meine Zukunft investiert“ – das ist ein tolles Gefühl. (tj)


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