Ein Kreuzfahrt-Kapitän und seine Vertrauenspersonen

Der Seebär, der die Leute anraunzt und Kiel holt. Der Mann an Bord, der zwei Liebende trauen darf. Das Crew-Mitglied mit vier Streifen auf der Schulter mit den Aufgaben: Anlegen, Ablegen, Hinlegen. Die Vorstellungen wie ein Kapitän zu sein hat und was er macht sind unterschiedlich. Von all den Dingen, die ich gerade aufgezählt habe, stimmt keines (so wirklich). Zwar kann ein Kapitän schon mal grummelig sein und darf (im Kriegsfall) für zwei Liebende den Bund fürs Leben schließen. Auch muss er das Schiff anlegen. Er muss ablegen, um den nächsten Hafen anzufahren und er muss sich auch hinlegen, so wie jeder von uns. Aber letztlich ist die Aufgabe des Kapitäns an Bord eines Kreuzfahrtschiffes vielseitig, manchmal anstrengend und vor allem verantwortungsvoll.

Dazu schildere ich ein paar besonders interessante und spannende Stories in meinem Buch „Alle in einem Boot – was Führungskräfte von Seefahrern lernen können“, das im Frühjahr im Remote Verlag erscheinen wird.

Interessante Einblicke bekomme ich immer wieder von Kapitänen, in der Prime Time Show bei AIDAradio die ich Montag bis Freitag von 16 bis 19 Uhr moderiere. Täglich habe ich spannende Gäste, die in irgendeiner Form mit AIDA zu tun haben, ehemaliger Crew-Mitglieder sind oder für AIDA arbeiten. Darunter eben auch die Kapitäne der Reederei. Jörg Miklitza war mir im Herbst 2021 zugeschaltet. Er war zu diesem Zeitpunkt an Bord und auf dem Weg von der Karibik Richtung Hamburg. Wir haben auch darüber gesprochen, wie wichtig es für ihn ist, Vertrauenspersonen um sich herum zu haben. Sicherlich, der Kapitän ist der oberste Mann an Bord, der Mensch der ein Schiff führt. Trotzdem ist er Crew-Mitglied und muss sich auf seine Kollegen verlassen können. Für Jörg Miklitza ist es wichtig ein halbwegs gewohntes Umfeld wieder zu finden, wenn er aus seinem Urlaub zurück an Bord kommt. Trotzdem werden die Teams durchgemischt, aufgrund von Urlaub oder Versetzung auf ein anderes der 14 Schiffe, die im Moment für AIDA im Einsatz sind. Das ist dann die große Herausforderung, aus den Kollegen die an Bord sind, eine Einheit zu machen. Das gilt insbesondere für den Schiffsrat, der aus dem Kapitän, seinem Stellvertreter dem Staff-Kapitän, dem Hotel Direktor (General Manager), dem Human Ressourcen Manager und dem Chief Ingenieur besteht. Denn auch bei diesen Offizieren wird oft durchgemischt und die Zusammensetzung ist immer etwas anders. Das hat mir Kapitän Jörg Miklitza in meinem Podcast „Inspirationshäppchen“ erzählt. Die Folge zum Nachhören ist weiter unten zu finden.

Diese Herausforderung setzt sich übrigens fort bis in die unteren Ebenen. Ständig sind Wechsel an Bord. Crew-Mitglieder steigen ab. Neue Kollegen steigen auf. Komplette Teams, werden ausgetauscht. Da gilt es als Führungskraft, sich immer wieder neu auf die Kollegen einzustellen. Deswegen ist meines Erachtens Empathie und ein ganz besonderes Feingefühl für einen Leader an Bord unabdingbar. Menschen aus bis zu 35 Nationen, aller Religionen, Kulturen und unterschiedlichste Charaktere finden sich innerhalb der Crew eines Kreuzfahrtschiffes. Das macht es sicherlich herausfordernd, aber auch spannend. (tj)

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